Google+ in Google-Suche integriert – und Facebook hat das Nachsehen

By 23. Januar 2012Allgemein

Google möchte seine Suche noch mehr personalisieren. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Integration von Personen und anderen Informationen von Google+ passend zur jeweiligen Suche. Wer also künftig googelt, bekommt nun auch private Fotos und Profile angezeigt – eine Verzahnung sozialer Netzwerk-Aspekte mit der eigenen Suche. Gestartet ist das Projekt auf der US-Seite google.com und soll auch bald in Deutschland kommen.

In der Suchmaske findet der User die Option „persönliche Suche“ und kann damit das Internet nach Namen, Fotos oder anderen Informationen durchforsten. Es lässt sich dadurch also nicht nur bequem und gezielt nach Personen suchen. Gibt der Anwender beispielsweise Suchbegriffe wie „Sport“ oder „Jazz“ ein, erscheinen passend zum Thema prominente und dazu passende Mitglieder bei Google+. Um dieses neue Feature nutzen zu können, muss der User allerdings ein eigenes Konto bei Google haben und eingeloggt sein. Indem Google zu seinen Algorithmen nun soziale Faktoren beimengt, bietet es einen Dienst, der so weder von Twitter noch von Facebook angeboten wird.

Auch andere Dienste sind von den Neuerungen betroffen. Zum Beispiel Google Adwords. Denn je mehr soziale Faktoren innerhalb der Suche relevant werden, um so mehr verändert sich auch das Suchmaschinenmarketing. Ebenfalls interessant wird, ob und wie Google seine Foto- und Videoangebote Picasa und YouTube mit Google+ integriert.


Quelle: Google

Google+ gibt Gas

Doch geht es wirklich um die Individualisierung und stärkere Personalisierung der Suchergebnisse? Oder handelt es sich nicht eher um einen cleveren Schachzug gegen Facebook und Co.? Es ist einleuchtend, dass Google damit versucht, den Nutzer noch mehr an sich zu binden. Google+ kann davon nur profitieren und hofft, dass immer mehr auf den noch recht jungen Dienst wechseln. Immer noch ist Facebook mit gegenwärtig mehr als 800 Millionen Usern der beliebteste Social-Network-Dienst. Nachdem Google+ 2011 gestartet ist, konnte es laut US-Marktforscher Experian-Hitwise seinen Traffic im Dezember gegenüber dem November um 55 Prozent auf fast 50 Millionen Besuche steigern. Analyst Paul Allen schätzt die Zahl der Google+-Mitglieder Ende des Jahres bereits auf 62 Millionen Mitglieder. Dass diese Zahl jedoch im Laufe des Jahres auf 400 Millionen anwachsen soll, scheint etwas zu optimistisch.


Quelle: Experian Hitwise

Google unter Beobachtung

Doch wird dieses neue Feature auch bei den Wettbewerbshütern bestehen? Fest steht, dass Google in den letzten Jahren häufiger Probleme diesbezüglich bekam. Zum Beispiel untersucht die Europäische Kommission seit 2010, ob Google seinen eigenen Preisvergleich gegenüber den anderen Vergleichsportalen bei der Suche bevorzugt. Dies würde ein Verstoß gegen das europäische Kartellrecht bedeuten.

“Die Suche wird besser, wenn deine Welt miteinbezogen wird”, schreibt der verantwortliche Google Manager Amit Singhal. „Und wir fangen gerade erst damit an!“ Ob wir dies als Drohung verstehen oder mit Vorfreude sehen sollten, sei einfach mal dahin gestellt.

 

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