Suchmaschinenoptimierung ist komplex: Technische OnPage-Optimierung, Rankingmessung, Keywordrecherche, Contentmarketing, Linkaufbau usw… Ohne technische Hilfsmittel verliert man schnell den Überblick. Aber welche Tools sind die Richtigen? Und wie setzt man sie zielführend ein?

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SEO-Tools sind kein Selbstzweck

„Wenn man nur einen Hammer als Werkzeug hat, dann sieht jedes Problem aus wie ein Nagel.“ Dieses alte deutsche Sprichwort trifft im Bereich Online Marketing den Kern der Sache. Ebenfalls ein schönes Zitat aus den Anfängen der IT: „A fool with a tool is just a faster fool“. Erfolg im Online Marketing misst sich nicht daran, wie gut die Tools sind oder wie viele davon eingesetzt werden. Keine Analyse-Software kann den gesunden Menschenverstand und strategisches Denken ersetzen. Denken Sie bitte daran, wenn Sie den Rest dieses Beitrags lesen: Es gibt nicht DAS EINE Tool, welches Ihnen das Denken abnehmen kann.

Was wollen Sie mit welchem Tool messen?

Die Menge an Informationen im Netz vergrößert sich ständig. Der große Vorteil von SEO und SEA liegt in der Messbarkeit der Maßnahmen. Es gibt Dutzende relevante Metriken und für jede davon eine Vielzahl von Tools um Sie zu messen. Denken Sie daran:

Messen Sie nur etwas, wenn es für Ihre Ziele relevant ist und Sie Maßnahmen daraus ableiten können!

Um Online-Marketing umfassend anzugehen, sollten Sie mehrere Tools nutzen, die zumindest folgende Bereiche abdecken:

  1. Messung von Ranking und Sichtbarkeit
  2. Keywordrecherche
  3. Onpage-Optimierung
  4. Webanalyse
  5. Contentmarketing und Contenterstellung
  6. Tools für den Linkaufbau und Linkdatenbanken
  7. Monitoring und Webmaster Tools

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Tools vorstellen, mit denen Sie diese Bereiche abdecken können.

1. Messung von Rankings und Sichtbarkeit

Die Messung der Sichtbarkeit ist in den Bereichen Benchmarking und Konkurrenzanalyse sinnvoll. Bei diesem Messwert ist zu bedenken, dass jedes Tool seinen eigenen Index aufbaut. Das bedeutet, es besteht keine Vergleichbarkeit der Sichtbarkeitswerte zwischen einzelnen Tools. Weiterhin sollte Ihnen bewusst sein, dass der Sichtbarkeitswert ungleich dem Traffic oder etwa der Conversionrate ist. Das bedeutet, die Sichtbarkeit kann steigen, während die Verkäufe zurück gehen. Der Sichtbarkeitswert ist eine nützliche Metrik um sich schnell einen Gesamteindruck über eine Domain und den Wettbewerb zu verschaffen. Weiterhin ist die Abdeckung in Nischen und im B2B Bereich bei den meisten Tools relativ gering. Betrachten Sie also in diesen Fällen den Sichtbarkeitswert mit Vorsicht.

Nützliche Tools sind:

Mit den meisten dieser Tools lässt sich auch das Ranking messen. Auch hier gilt es, die Rankings im Gesamtkontext zu betrachten. Da der Trend bei den Suchanfragen immer mehr zur Ausgabe stark personalisierter und lokalisierter Suchergebnisse geht, gibt es „Das“ Ranking nicht. Dennoch ist eine konstante Messung der Rankings Grundvoraussetzung für die Erfolgsmessung von Maßnahmen im SEO-Bereich.

2. Keywordrecherche

Eine strategische Keywordrecherche ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Marketing im Onlinebereich. Wenn das Keywordset schlecht durchdacht ist, haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes „aufs falsche Pferd“ gesetzt.

Stellen Sie sich bei jeder Keywordrecherche folgende Fragen:

Ist das Keyword relevant für die Zielsetzung?

Wie stark ist die Konkurrenz für dieses Keyword?

Werden mit diesem Keyword meine Ziele (Verkäufe, Anfragen, Bekanntheit…)

Der Google Keyword Planer ist das Allzwecktool bei der Keywordrecherche. Sie erhalten Keywordideen, Suchvolumina und Klickpreise und können sich einen Eindruck von der Konkurrenz machen. Bing bietet ein ähnliches Tool für die gleichen Zwecke. Natürlich sind hier die Suchvolumina geringer. Wenn Sie für Keywords im Videobereich recherchieren wollen, nutzen Sie den Adwords Display Planer.

Weitere interessante Tools zur Keywordrecherche sind unter anderem Hypersuggest und der Keyword Difficulty checker von moz.org. Hypersuggest liefert zwar keine Suchvolumina aber dafür erhalten Sie Ideen für die immer wichtiger werdenden „W-Suchanfragen“ („Wer liefert x? Wie mache ich Y“). Der Keyword Difficulty Check von Moz.org ist zwar kostenpflichtig, aber Sie erhalten einen detaillierten Überblick über die Keywordschwierigkeit.

3. Onpage Optimierung

Neben der inhaltlichen ist auch die technische OnPage Optimierung ein wichtiger Rankingfaktor. Hier sind Analyse-Tools besonders nützlich, denn die manuelle Prüfung von Metaangaben, interner Linkstruktur oder Sichtbarkeitsverteilung ist extrem aufwändig. Mithilfe von Analyse Tools lassen sich schnell Schwachstellen erkennen und beheben. Beachten Sie aber, dass ein Tool Ihnen auch hier nur Hinweise liefern kann. Prüfen Sie immer ob ein „Fehler“ auch wirklich ein Fehler ist. Ein Online-Shop verhält sich anders als eine One-Pager-Seite oder ein Blog. Man sollte immer prüfen, ob etwas wirklich Rankingrelevanz hat und eine Anpassung auch zu Ergebnissen führen wird.

Nützliche Tools sind:

4. Webanalyse

Webanalyse Tools liefern wichtige Erkenntnisse zur Anzahl und Herkunft der Besucher, sowie zu deren Verhalten auf der Website. Neben kostenpflichtigen Tools ist hier vor allem Google Analytics das Tool der Wahl.

5. Offpage Optimierung (Linkdatenbanken, Linkaufbau)

Im Bereich Linkdiscovery und -aufbau sind Tools unersetzbar. Nur so lassen sich Linkquellen bewerten und identifizieren. Auch Konkurrenzanalyse zeigen so schnell wo Nachholbedarf bei der eigenen Backlinkstruktur besteht. Gesetzte Links lassen sich mit Tools einfach überwachen. Beachten Sie allerdings, dass jedes Tool seinen eigenen Index hat und diesen zu verschiedenen Zeitpunkten aktualisiert. „Neue“ Links sind also nicht unbedingt neu und an einem Tag massenhaft autauchende Links wurden vielleicht erst an diesem Tag vom Tool indexiert.

Tools für die Analye und identifizierung neuer Backlinks

Tools für den Linkaufbau und das Monitoring:

6. Monitoring Tools

Eine Website ist kein statisches Konstrukt, sondern verändert sich ständig. Oft nehmen Mitarbeiter Änderungen vor, technische Probleme treten auf oder Hacker greifen die Seite an. Hier können Tools helfen, Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Nützliche Tools sind:

7. Webmaster und sonstige Tools

Die Google Webmastertools und Bing Webmastertools sollten von jedem Marketer und Websitebetreiber genutzt werden. Sie sind kostenlos und liefern viele Hilfestellungen zu Konfiguration, Fehlersuche, Indexierung usw. Mit den Webmaster Tools lassen sich viele der hier genannten Kategorien abdecken: Man erfährt, über welche Suchbegriffe User auf die Seite gelangt sind oder wie der Crawler die Seite interpretiert.

Weitere nützliche Tools sind:

Inzwischen gibt es auch Tools, mit denen sich die Qualität des Contents verbessern lässt. Ein gutes Tool dafür ist LinguLab. Damit können Sie die Lesbarkeit und Webtauglichkeit eines Textes schnell prüfen und verbessern.

Fazit

Wir konnten Ihnen in diesem Beitrag nur einen kleinen Überblick über die wichtigsten Tools auf dem Markt geben. Letzten Endes hängt die Entscheidung, welche Tools Sie nutzen von Ihren Anforderungen ab. Zu allermindestens sollten Sie folgende Tools nutzen:

  • Webmaster Tools
  • Google Analytics
  • Ein Tool zur OnPage Optimierung
  • Ein SEO Index Tool
  • Ein Tool für Linkaufbau und Monitoring

Viel wichtiger als die Tools die Sie nutzen ist allerdings eine strategische Herangehensweise an das Thema SEO. Nutzen Sie Tools nur um etwas zu messen, woraus Sie auch Maßnahmen ableiten können und bedenken Sie, dass jedes Tool seine Stärken und Schwächen hat und Ihnen letztendlich nur Hinweise für die richtige Vorgehensweise liefern kann. Am Ende des Tages liegt die Entscheidung bei Ihnen.

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