3 Tipps für eine gelungene Suchmaschinenoptimierung

Parallax Webseiten sind optisch eindrucksvoll und ermöglichen eine emotionale Ansprache der Besucher. Doch eignet sich das scrollbare Design für die Suchmaschinenoptimierung?

SEO für Parallax Webseiten

Was ist Parallaxes Webdesign?

Parallax ist eine Technik aus der Videospieleindustrie, mit der sich die Illusion von visueller Tiefe vermitteln lässt. Mehrere Ebenen laufen beim Scrolling mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und erzeugen so einen 3D Effekt. Man kennt diesen Effekt beispielsweise vom Zug fahren: Nahe Objekte bewegen sich schneller als weit entfernte Objekte. Die erste Website, die diese Technik benutzte, war Nikes „Nike Better World“ Website aus den Jahre 2011. Weitere Beispiele für das Design finden Sie hier. Parallaxe Webseiten sind oft sogenannte One-Pager. Das bedeutet, dass sich der gesamte Content auf einer einzigen Seite befindet.

Die Idee ist, den User emotional anzusprechen. Parallax soll den Besucher fesseln und spannendes Storytelling ermöglichen. So lässt sich eine hohe Sogwirkung erzielen. Der Users erhält strukturierte und leicht zugänglichen Informationen und es werden neue Kommunikationswege möglich. Doch führt der Einsatz von Parallax zu „besseren“ Websites? Lassen sich parallaxe Webseiten ohne Probleme für Suchmaschinen optimieren?

Die Herausforderungen für SEO

Der Einsatz von Parallax bringt viele Nachteile für die SEO (Suchmaschinenoptimierung) mit sich. Die meisten Seiten, die Parallax-Scrolling benutzen, sind von Natur aus One-Pager. Dies ist im Kern kein Problem, dass von der Nutzung von Parallax herrührt. Doch wie jeder SEO weiß, generiert die Beschränkung auf nur eine Seite Probleme. Im folgenden werden die Besonderheiten, die parallaxes Design für die Suchmaschinenoptimierung mit sich bringt, erläutert und es werden Lösungsansätze aufgezeigt.

Herausforderung 1: Content und interne Verlinkung

Bei den meisten Websites gibt es nur die Hauptseite und das Impressum, welche im Index der Suchmaschinen erfasst werden. Grundsätzlich sind mehr Seiten im Index nicht gleichbedeutend mit einer höheren Sichtbarkeit. Mehr dazu in diesem Video:


Google wird immer besser darin, guten Content von schlechtem zu unterscheiden. Die alte Regel „Ein Keyword pro Landingpage“ ist lange nicht mehr absolut, da eine Landingpage für viele Keywords ranken kann. Da bei Parallax jedoch in der Regel nur eine Seite verwendet wird, bringt dies die Problematik mit sich, allen Content auf eine URL packen zu MÜSSEN. Dies macht die Optimierung für bestimmte Keywords nicht einfacher. Auch die Nutzung von Überschriften-Tags für SEO wird so erschwert. Weiterhin gibt es nur ein Set von Metaangaben usw…

Dadurch, dass keine Unterseiten existieren, kann die interne Linkstruktur nicht genutzt werden um die Sichtbarkeit wichtiger Seiten zu stärken. Das Backlinkprofil weisst keine Deeplinks auf, was von Google als unnatürlich eingestuft wird.

Lösung:

Nutzen Sie einen hybriden Ansatz und verwenden Sie Unterseiten. Sie können Parallax nur für bestimmte Bereiche einer Seite zu verwenden oder von der Parallax-Homepage auf Unterseiten in klassischem Webdesign verlinken. Nutzen Sie Parallax auf der Startseite um den Besucher „abzuholen“ und die Unterseiten für SEO-Zwecke und die Vertiefung von Themen. So gelingt die Unterbringung von SEO-optimiertem Content und der Aufbau einer internen Verlinkung. Auch ein natürliches Linkprofil wird so möglich, da nun auch Unterseiten verlinkt werden können.

 

Herausforderung 2: Absprungrate und Analytics

Zu den wichtigen Usersignalen für Google zählt unter anderem die Absprungrate. Da bei einem One-Pager jedoch keine Interaktionen stattfinden, die standardmäßig erfasst werden (Klicks, bzw. Navigation auf Unterseiten) und die Einstiegsseite gleich der Ausstiegsseite ist, sendet dies negative Signale an die Suchmaschine. Die Absprungrate ist daher generisch hoch, da der User nach der „Einstiegsseite“ keine weitere Seite aufruft. Der ganze analytische Bereich erschwert sich zusätzlich, da nur eine Seite analysiert wird. Man erfährt nicht, wo die Ausstiege sind oder wie sich der User auf der Seite verhält.

Lösung:

Um die Absprungrate zu „senken“ und ein aussagekräftiges Tracking umzusetzen besteht eine Lösung darin, mit dem Google Tag-Manager zu arbeiten. Indem Sie Klicks auf Menüpunkte oder die Scroll-Tiefe per Ereignistracking erfassen gelingt es, Interaktionen auf der Seite zu tracken. Dadurch können Sie zielgerichtet optimieren und die tatsächliche Absprungrate lässt sich besser erfassen.

Herausforderung 3 Technische Optimierung

Technisch gesehen bietet eine Parallaxe Website ebenfalls einige Herausforderungen, darunter:

Lange Ladezeiten
Die Verwendung von JavaSript und hochauflösenden Bildern können zu extrem langen Ladezeiten führen.

BrowserKompatibilität
Der Code von Parallaxen Websiten ist verschachtelter und komplexer als der von „statischen“ Websites. Dies macht die Website tendenziell Anfälliger für Fehler und schwieriger für alle Browser zu optimieren.

Lösung:

Um die Ladezeiten zu verringern, verwenden Sie Kompressionsverfahren wie z.B gzip.  Weitere Möglichkeiten sind:

Nutzen Sie, falls möglich Templates, da diese in der Regel bereits für alle gängigen Browser angepasst sind.

So funktioniert Parallax-Design mit SEO

Parallax Design und wirkungsvolles SEO müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Zu allererst sollten Sie sich klar machen, wo Sie stehen und welche Ziele Sie verfolgen. Ist es in Ihrem Fall wirklich notwendig, auf parallaxes Design zu setzen? Fakt ist, dass Parallax nur mit einem One-Pager die Suchmaschinenoptimierung erschwert. Nutzen Sie die oben beschrieben hybride Lösung und implementieren Sie Tags um die Absprungrate realistisch wieder zu geben und das Userverhalten besser erfassen zu können.

 

Bildquelle:
istockphoto.com / MrDeymos

 

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