Contentbereinigung

Der Satz „Mehr ist mehr“ ist im Bereich Content schon lange nicht mehr gültig. Im Gegenteil, SEO-Experten raten dazu, Thin- oder Duplicate-Content Seiten aus dem Index zu entfernen. Leider wagen heutzutage noch nicht viele Unternehmen diesen Schritt. Dabei sollte man sich die Erfolgsgeschichte von Urlaubsguru oder Pinterest als Beispiel nehmen.

Urlaubsguru entschied sich vor einem Jahr mehr in dem Bereich SEO zu investieren. Das Unternehmen löschte insgesamt 125.000 Seiten aus dem Index. Und dies hat sich ausgezahlt. Urlaubsguru.de schaffte es sich in die SEO-Top 10 der Reise-Branche mit nur 4 % aller Seiten zu katapultieren.

Urlaubsguru erreicht mehr Sichtbarkeit durch Löschen von Content.
Abbildung 1: Urlaubsguru erreicht mehr Sichtbarkeit durch Löschen von Content.

Und das ist nicht das einzige Parade-Beispiel. Pinterest.com wies 2015 noch circa 3 Milliarden Seiten im Index auf. Nach großen Bereinigungsarbeiten im Content-Bereich reduzierten sich die indexierbaren Seiten bis April 2017 auf knapp 77 Millionen. Dies spiegelte sich auch in der Sichtbarkeit wider welche sich um 518% steigerte.

Gesteigerte Sichtbarkeit bei Pinterest durch Contentbereinigung.
Abbildung 2: Gesteigerte Sichtbarkeit bei Pinterest durch Contentbereinigung.

Für wen eignet sich diese Content-Strategie?

Eine solche Löschung von unwichtigen Seiten hilft insbesondere große Webseiten, wo der Content unkontrolliert gewachsen ist. Die Reduktion des Contents gibt SEO-Potentialen eine Chance und hilft den wichtigen Seiten einen Platz in den Suchergebnissen zu bekommen. Kleine Webseiten sollten ebenfalls prüfen, ob alle Seiten wichtig sind und Mehrwerte liefern. Eine erste Anlaufstelle sind hier z.B. Blogs oder Presseportale, wo Meldungen und Einträge von der Aktualität leben. Generell ist es von Wert, wenn man stets einen Blick auf die Relevanz und Aktualität des eigenen Contents innerhalb des Content-Management Prozesses zu haben. Somit kann man frühzeitig SEO-Maßnahmen erkennen und durchführen.

 

Wie geht man bei Content-Reduzierung vor?

In dem Content-Management-Prozesse gibt es klassischerweise 4 Phasen.

Die verschiedenen Phasen des SEO-Contentmanagements.
Abbildung 3: Die verschiedenen Phasen des SEO-Contentmanagements.

Dabei ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren die Userintention. Das heißt um erfolgreich sein zu können, muss man sich immer fragen:

  • Mit welcher Intention sucht ein User etwas in Google?
  • Und wie kann mein Inhalt diese Userintention so befriedigen, dass er mit positiven Signalen die Webseite wieder verlässt?

Um diese Fragen zu beantworten, ist es empfehlenswert die folgenden vier Phasen des SEO-Content-Managements zu befolgen.

 

Phase 1: Crawl und Indexierung managen

Diese erste Phase beinhaltet, dass man die „Content-Leichen“ der Webseite beseitigt. Hierzu bereinigt man Thin- und Duplicate Content Seiten indem man diese löscht oder auf noindex setzt. Somit kann als Folge das Crawler-Budget effektiver genutzt werden, da Google jeder Seite aus Ressourcengründen nur ein bestimmtes Limit an Budget zu gesteht.

Wie erkennt man solche unwichtigen Seiten, die keinen Mehrwert aufweisen? Zum einen hilft einem dabei Google Analytics. Hier sucht man nach Seiten, die innerhalb einer gewissen Zeit keinen Traffic erbracht haben. Zum anderen sieht man in der Google Search Console oder in Sistrix, ob und wo Duplicate Content vorhanden ist. Dazu nach Keywords mit mehreren rankenden URLs suchen. Das Ergebnis der Content-Bereinigung sind im optimalen Fall Inhalte mit Mehrwert. Diese sollten dabei so verlinkt sein, dass der User und der Crawler problemlos an die Unterseiten kommen.

 

Phase 2: Untersuchung der Content-Relevanz

In dieser Phase prüft man den nun bestehenden Inhalt auf Relevanz hin. Hierfür ermittelt man den IST-Zustand der Keywordrankings und entwickelt daraus den SOLL-Zustand. Dabei ist es wichtig folgende Fragen zu beantworten:

  • Mit welchem Keyword rankt Seite A?
  • Mit welchem Keyword sollte Seite A eigentlich ranken?
  • Warum rankt eine Seite B statt Seite A mit dem Keyword für A?

Es wird deutlich, dass oftmals IST und SOLL weit auseinanderliegen und es essentiell ist, die Relevanz jeder Seite zu kennen.

 

Phase 3: Bereits bestehende Inhalte optimieren

Ist der Fall eingetreten, dass das IST und SOLL einer Seite nicht zusammenpassen, tritt die Seite in den Aktualisierungs- und Optimierungsprozess ein. Innerhalb dieses Prozesses optimiert man nicht nur die Inhalte, sondern passt auch die Verlinkungen an. Rankt eine Seite für ein falsches Keyword, so muss man den Inhalt so verbessern, dass dieser eine Chance auf das richtige Keywordranking erhält. Zudem muss man bei der internen Verlinkung die Anchortexte nochmals prüfen. Im besten Fall verlinken dieselben Anchortexte auf dieselbe Seite. Unterschiedliche Anchortexte verwirren nicht nur den User, sondern auch Google. Weisen die gleichen Anchortexte auf verschiedene Unterseiten ist es nicht ersichtlich, welche dieser Seiten die Wichtigste für das relevante Keyword ist.

Am Ende dieser Phase ist das Ziel so nah wie möglich am SOLL-Konzept mit den Webseiten zu liegen.

 

Phase 4: Kreieren von neuem Content

Diese Phase ist die Einfachste der vier Phasen. Hier gilt es bei bestimmten Keywords ohne bestehenden Inhalt neuen darauf abgestimmten Content zu erstellen. Bei der Contentproduktion sollte dabei immer die Userintention im Fokus stehen. Sind es transaktionale Keywords benötigt man eine Produkt- oder Shop-Seite als Landingpage. Bei informellen Keywords ist der Inhalt in Lexika oder Blogs gut aufgehoben.

 

Was man bei dem Content-Optimierungsprozess noch beachten muss?

Besonders in der ersten Phase, wo der Content reduziert wird, ist es wichtig darauf zu achten keine Rankings zu verlieren. In der Contentoptimierungs- und Gestaltungsphase ist es unerlässlich die Keywords täglich zu kontrollieren. Dazu können SEO-Tools wie z.B. Sistrix verwendet werden, wo man Keywords hinterlegt und diese täglich crawlen lässt. Zeigt sich, dass die jeweilige Seite mit dem entsprechenden Keyword zusammenpassen ist das Ziel geschafft.

 

Fazit:
Die Bereinigung und Optimierung des Contents kann einer Webseite eine Sichtbarkeitssteigerung bringen. Warum ist dies so? Google belohnt Webseiten, die dem User einen klaren Mehrwert bieten. Leider „verdecken“ zu oft unwichtige und schlecht verlinkte Seiten die wichtigen Webseiten, sodass weder Google noch der User selbige findet. Das Aufräumen des Contents zusammen mit optimierten und gut verlinkten Inhalten können somit eine Webseite in der Sichtbarkeit hoch katapultieren.

 

Ausführlichere Informationen finden Sie in dem Website Boosting Magazin 07/08 2017.

Quelle der Bilder: Pixaby, Schema.org, Sistrix

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