Amazon SEO und SEA.

Amazon hat sich im Laufe der Jahre zu der Nummer 1 Verkaufsplattform und zu der Produktsuchmaschine entwickelt. In Deutschland ist Amazon der umsatzstärkste Online-Shop. Somit ist es ein Muss für die Händler online auf Amazon präsent zu sein. Insbesondere das „wie“ spielt eine wichtige Rolle bei der Produktpräsenz. Aufgrund dessen gibt es Produkte in Amazon die topplatziert sind und Produkte, die im Amazon Kosmos verschwinden. Deswegen sollte man sich fragen, wie eine erfolgreiche Amazon-Werbestrategie aussieht?

 

Organisch optimieren mit Amazon SEO

Unter Amazon SEO versteht man auch hier die Suchmaschinenoptimierung, hingegen ist hier das Beachten von den Amazon Regeln (also nicht den Google Regel) wichtig. Eins ist jedoch gemeinsam, dass Amazon SEO alle Maßnahmen beinhaltet die ein Ranking verbessern.

Im Hintergrund jeder Produktabfrage steht die Amazon-Suchmaschine A9. Diese gibt nach Eingabe einer Suchanfrage eine Reihenfolge an Produkt-Ergebnissen aus. Amazon geht es dabei nicht um die bestmögliche Antwort. Es geht Amazon nur darum, so viel wie möglich zu verkaufen! Sprich die Produkt-Ergebnisse sind so aufgelistet, dass das Produkt mit der höchsten Verkaufs-Wahrscheinlichkeit an oberster Stelle platziert wird. Dieses Ziel ist besonders aus Amazons’ Sicht logisch, da Amazon selbst Provisionsempfänger bzw. Verkäufer ist. Insofern verdient Amazon an jedem einzelnen Verkauf mit. Dementsprechend ist die Kaufwahrscheinlichkeit entscheidend für das Ranking. Dabei werden die Rankingfaktoren in Amazon in zwei Größen unterteilt: Relevanz– und Performance-Faktor.

 

Der Performanz-Faktor

Die Performance eines Produktes basiert hauptsächlich auf dem Preis des angebotenen Produktes. Es erhöht die Verkaufschancen, wenn der Produktpreis im selben Bereich wie der der Konkurrenz liegt. Folglich muss man bei der wettbewerbsfähigen Preisgestaltung die Versand- und die Zusatzkosten miteinbeziehen. Daher ranken Produkte ohne Versandkosten oftmals besser als Produkte mit Versandkosten.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Performance ist die Lieferzeit und die Versandzeit. Viele potentielle Käufer kaufen Produkte erst gar nicht, wenn eine lange Lieferzeit angezeigt wird oder keine Verfügbarkeit vorhanden ist.

Falls ein Händler die reibungslose Versendung nicht garantieren kann, bietet Amazon den FBA-Service an. Hierbei betreibt Amazon gegen Gebühren die Logistik des Versands. Amazon selbst belohnt das Verwenden des FBA-Services auch mit besseren Rankings.

Ein weiterer Faktor der in die Performance hineinspielt ist die Beziehung zwischen Kunde und Händler, im Sinne von positiven Produkt– oder Lieferantenbewertungen. Somit sollte man versuchen möglichst viele gute Bewertungen von den Kunden zu erhalten. Daraus ergibt sich dann der Bestseller-Rang. Dieser sagt aus, dass ein bestimmtes Produkt oft gekauft und als gut empfunden wird. Zusätzlich erhalten Bestseller eine Art Badge, welche das Produkt optisch nochmals hervorhebt. Folglich kurbelt dies dadurch den Verkauf an.

 

Der Relevanz-Faktor

In diesem Faktor spielt die Beantwortung folgender Frage im Vordergrund: „Welche Produkte möchte der Kunde gerne finden? Um diese Frage bestmöglich zu beantworten beachtet Amazon folgende Punkte:

  • Titel
  • Keywords
  • Bulletpoints
  • Produktbeschreibung

Die Gewichtung der Suchrelevanz fängt beim Titel an und hört bei der Produktbeschreibung auf. Nichtsdestotrotz sollte das Produktprofil sauber gepflegt sein und hochwertige Produktdaten enthalten.

Damit solche Daten an Relevanz gewinnen, ist es sinnvoll eine Keyword-Recherche durchzuführen. Am Ende der Recherche hat man eine Liste an Suchbegriffen, welche man nach Priorität ordnen sollte. Entsprechend dieser Reihenfolgen sollte man dann die Keywords im Produktprofil einbauen. D.h. das wichtigste Keyword erwähnt man als erstes Wort im Titel.

Aber nicht nur der Inhalt spielt eine große Rolle für das Amazon-Ranking, sondern Bilder tragen auch zu einer guten Positionierung bei. Hierbei gilt, dass mindesten 4 hochauflösende Bilder pro Produkt gepflegt sein sollten. Dabei ist es gut zu wissen, dass Amazon bei großen Bildern die automatische Zoom-Funktion einschaltet. Hierdurch erhält man eine positivere User-Experience.

Zu guter Letzt hat man die Möglichkeit innerhalb des Amazon Seller/Vendor Centrals Keywords zu hinterlegen. Diese sind nicht für die Kunden ersichtlich, jedoch spielen sie eine Rolle im Suchalgorithmus von Amazon.

 

Werbung platzieren mit Amazon SEA

Wie in Google ist es in Amazon möglich, Werbeanzeigen zu schalten. Amazon SEA oder Amazon Ad sind somit kostenpflichtig. Dabei gibt es in Amazon drei Formate:

Die Amazon Werbeanzeigen-Formate.

Abbildung 1: Die verschiedenen Amazon Werbeanzeigen-Formate.

 

1) Sponsored Products (SP)

Diese Art von Werbeanzeigenformat ist sehr unauffällig und unterscheidbar von den organischen Suchergebnissen. Da diese Form so unauffällig ist, ist die Klickrate der Kunden folglich sehr hoch. Die Anzeige besteht aus einem Bild und einer kurzen Textpassage. Zu finden sind die SPs oberhalb oder unterhalb der organischen Produktergebnisse. Wann sie ausgespielt werden, hängt von den hinterlegten Keywords ab. Der Händler selbst legt die Keyword in Amazon Central fest und welchen Preis er bereit ist für einen Klick zu zahlen. Das SP-Format ist besonders für Produkte geeignet, die organisch noch hinten im Ranking liegen und einen „Push“ nach vorne benötigen.

Beispiele für Amazon Sponsored Products.

Abbildung 2: Beispiele für Amazon Sponsored Products.

 

2) Product Display Ads (PDA)

Bei diesem Format werden die Anzeigen basierend auf Interessen oder Produkten ausgespielt. PDAs können unterschiedlich platziert werden, häufig sieht man sie innerhalb einer Detailseite am rechten Rand. Mit dieser Art von Werbung können Kunden erreicht werden, welche keine spezifische Suchintention hatten. Sie werden im normalen Nutzerverhalten abgeholt und zum Kauf verleitet.

Beispiel für Amazon Product Display Ads.

Abbildung 3: Beispiel für Amazon Product Display Ads.

 

3) Headline Search Ads (HSA)

Hier erkennt der Kunde klar und deutlich, dass es sich um Werbung handelt. Man sieht HSA in Form von Bannern die an oberster Stelle über die ganze Breite der Seite verlaufen. Headline Search Ads können allerdings nur Hersteller buchen. Der Werbetreibende kann dabei frei entscheiden auf welche Landingpage der Banner im Amazon-Universum verlinken soll. Ob Produktseite oder Übersichtsseite, dies ist ganz dem Anbieter überlassen.

Häufig setzen Hersteller HSA ein um der Verkauf zu stärken. Außerdem führt die Möglichkeit des Einfügens von Logos zur Steigerung der Brand-Awareness.

Beispiele für Amazon Headline Search Ads.

Abbildung 4: Beispiel für Amazon Headline Search Ads.

 

Was ist nun mehr von Bedeutung SEO oder SEA?

Die Antwort ist weder noch. Eine optimale Amazon-Strategie besteht aus beiden Elementen. Amazon SEO wird eingesetzt um die Grundsteine für ein gutes organisches Ranking zu legen. Das in Kombination mit Amazon SEA hilft zusätzlich die Sichtbarkeit und die Conversions zu steigern. Am Ende vom Tag ist dies genau das Ziel: Mehr Verkäufe!

 

Fazit:

Eine Synergie aus beidem, Amazon SEO und SEA, ist notwendig für ein gutes Ranking und gute Abverkaufszahlen. Damit dies so bleibt, müssen regelmäßige Anpassungen und Kontrollen im Amazon Konto stattfinden, um mit dem Wettbewerber mithalten zu können. Denn auch die Konkurrenz schläft nicht und betreibt Amazon-Optimierung.

 

Weitere Informationen dazu finden Sie im Website Boosting Heft 09/10.

 

Bildquellen:

https://www.amazowl.com /amazon-marketing-services/

https://www.shivarweb.com /10174/amazon-sponsored-product-ppc-ads/

https://www.shopdoc.de /wiki/ams-amazon-marketing-services/

http://www.cpcstrategy.com /blog/2015/04/amazon-marketing-services/

Pixabay.com: kirstyfields

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